|
Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs und unter der Kontrolle der Besatzungsmächte fanden die Menschen in Heimbach schnell zu der Erkenntnis, dass eine lebenswerte Zukunft nicht aus Resignation entstehen konnte, sondern aus Hoffnung und Zuversicht. Aus diesem neuen Geist schöpften sie Kraft für den Wiederaufbau und die Gestaltung eines neuen Alltags. Um den Mühen und Belastungen des täglichen Lebens zu entfliehen, trafen sich die Heimbacher abends regelmäßig, um gemeinsam neue Lebensfreude zu finden. Trotz der streng überwachten Sperrstunden durch die amerikanischen Soldaten fand sich stets ein Weg, in der Gaststätte der Familie Rapp zusammenzukommen und dort zu feiern. Diese geselligen Abende führten schließlich dazu, dass bereits im ersten Jahr nach Kriegsende in Heimbach wieder Fastnacht gefeiert wurde. Sieben Jahre lang pflegten die Heimbacher diese unbeschwerte Form des Feierns und setzten damit ein Zeichen gegen den Ernst der Zeit. Im Jahr 1953 entstand schließlich die Idee, einen eigenen Karnevalsverein zu gründen, da die Begeisterung in der Bevölkerung stetig wuchs. Zwar ruhte dieser Gedanke zunächst ein Jahr, doch beim Lumpenball am 2. März 1954 griff die Närrin Gisela Preidel ihn erneut auf und brachte neuen Schwung in die Sache. Kurz darauf wurde ein vorläufiger Vorstand gewählt – und voller Stolz konnte verkündet werden: Heimbach hat einen Karnevalsverein, den Heimbacher Carneval Club e.V.! Als Vereinslokal diente das Gasthaus „Waldlust“ von Ludwig Rapp. Der Mitgliedsbeitrag bestand damals aus einer freiwilligen Zahlung von mindestens 0,30 DM pro Monat. Die erste öffentliche Sitzung fand am 22. Januar 1955 mit 81 Besuchern statt. Im selben Jahr nahm der HCC erstmals am Umzug in Bad Schwalbach teil. In den folgenden Jahren veranstaltete der Verein regelmäßig Kappensitzungen sowie Masken- und Lumpenbälle. Doch während der Kampagne 1965 entschied man sich, die Aktivitäten zu reduzieren und vorerst keine Kappensitzungen mehr abzuhalten. Viele Mitglieder der Gründergeneration konnten aus Altersgründen die organisatorischen Belastungen nicht mehr tragen, und neuer Nachwuchs war kaum vorhanden. So fanden 1965 nur ein Masken- und ein Lumpenball statt – eine Entscheidung, die bis 1979 Bestand haben sollte. Zwar gab es weiterhin jährliche Hauptversammlungen sowie die beiden Bälle, doch Kappensitzungen blieben aus. Nach 15 Jahren Pause sollte das Narrenschiff wieder in Fahrt gebracht werden – Anlass war das 25-jährige Jubiläum des Heimbacher Carneval Clubs. Klaus Dönges, Sohn eines Gründungsmitglieds und des damaligen Vorsitzenden Werner Dönges, rief mit Nachdruck zur Wiederbelebung der Kappensitzung auf. Viele Unterstützer folgten seinem Ruf: Tanz- und Gesangsgruppen, Büttenredner, Helfer für die Saaldekoration und zahlreiche Bürger, die sich eine Fastnachtsveranstaltung zurückwünschten. Mit großem Engagement aller Beteiligten gelang der Neustart – und zur Kampagne 1980 war es endlich wieder so weit: Heimbach hatte wieder eine Kappensitzung! Daten zur Gründung des HCC: Gründungsdatum: Fastnachtsdienstag, 02.03.1954 Gründungsmitglieder: 26 Personen Erster Vorstand: Werner Dönges, Josef (Seppl) Krämer, Georg (Schorsch) Prall, Karl Klos, Hans Szankovich, Hans Stein, Lia Dönges, Gisela Preidel, Willy Scherf, Else Scherf und Hans Trimper
Quelle: Jubiläumsausgabe „Heimbacher Carneval Club e.V. 44 Jahre“ |